Qualität in kleinen Projekten sicherstellen

Neulich kam ich mit dem Betreiber einer kleinen NGO-Website ins Gespräch über die Qualitätssicherung von Websites. Er wollte wissen, wie er mit einem kleinen Budget etwas systematischer sicherstellt, dass sich keine Fehler auf seiner Website einschleichen.
Meine spontane Antwort war dann, dass das Bewusstsein fürs Testen schon der erste Schritt zur Vermeidung von sehr vielen banalen Problemen sein kann. Tatsächlich gab es auch bei ihm schon Probleme, die bei einem einfachen Blick auf die Website aufgefallen wären.

Damit es aber gar nicht erst passieren kann, dass Fehler auf dem Produktivsystem sichtbar werden, ist im professionellen Umfeld die Verwendung von getrennten Test- und Produktivsystemen Standard.

Auch bei kleinen Websites oder Blogs sollten Code-, Konfigurationanpassungen oder Updates zunächst auf einem Testsystem vorgenommen werden. Für dieses Testsystem ist nicht unbedingt ein richtiger Server notwendig, sondern es reicht eine lokale Installation auf dem eigenen Rechner.
Wohlgemerkt: dieses Vorgehen ist allenfalls bei semiprofessionellem Betrieb zu empfehlen, und erübrigt sich sowieso wenn man mit mehreren Personen am Projekt arbeitet.

Auch die Updates an diesem WordPress-Blog und den Plugins führe ich zunächst auf einem Testsystem durch. Gerade bei diesem Zusammenspiel von verschiedenen Systemen (WordPress und Plugins) von verschiedenen Zulieferern (Plugin-Entwickler) kann man nicht sicher sein, dass alle Versionen problemlos miteinander funktionieren. Hinzu kommen vielleicht eigene Konfigurationsfehler. Ich prüfe also zunächst auf dem Testsystem, ob weiterhin alles korrekt läuft und meine Einstellungen korrekt sind. Erst dann ziehe ich die Änderungen auf dem Produktivsystem nach – und bin dabei auch meistens schneller, weil schon geübt.

Wenn man ein Projekt oder eine Website über einen längeren Zeitraum betreut, wird man viele Tests öfter durchführen, z. B. bei wiederholten Updates. Die zu prüfenden Funktionen sind jedes Mal die gleichen! Dafür sollte also zumindest eine Checkliste erstellt werden, die auflistet welche Punkte geprüft werden müssen. Das ist dann der Testfallkatalog aus dem Testkonzept. Erst wenn diese Punkte eine gewisse Komplexität haben, ist es erforderlich, dazu auch ausführliche Testfälle zu schreiben.

Fazit:

  • Auch vermeintlich kleine Änderungen können verheerende Auswirkungen haben, also: immer trotzdem testen!
  • Test- und Produktivsysteme verwenden
  • Checkliste für zu prüfende Funktionen

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