Was muss ins Testkonzept? Beispiele aus der Praxis.

In meinem letzten Artikel habe ich geschrieben es sei optimal, wenn das Testkonzept schon vor der Testphase erstellt wird. Jetzt denke ich, es ist nicht nur optimal, es sollte sogar Pflicht sein! Viele Dinge machen einfach nur Sinn, wenn man sie früh genug aufschreibt und damit die Richtung vorgibt.

Hierzu zwei Beispiele:

Test-Benutzeraccounts:
Angenommen, für das Testen eines Systems werden Benutzeraccounts in verschiedenen Rollen benötigt. Der Entwickler legt für seine lokalen Tests Accounts dafür an. Nach dem Deployment muss der Tester ebenfalls die verschiedenen Accounts auf dem Testsystem anlegen. Der Tester meldet einen Fehler, der Entwickler will ihn nachvollziehen. Leider kennt der Entwickler Benutzernamen und Passwort des Accounts, mit dem der Fehler aufgetreten ist, nicht.

Lösung: Der Testmanager gibt bereits im Testkonzept vor, welche Benutzernamen und Passwörter für die Tests verwendet werden sollen. In abgesicherten Testumgebungen kann auch für alle Testbenutzer das gleiche einfache Passwort verwendet werden. Dieses Passwort ist dann allen im Team bekannt und erleichtert so das Testing.

Testumgebungen:
Für Entwicklung und Test werden mehrere Umgebungen aufgesetzt, um die verschiedenen Entwicklungsstände testen zu können. Benennung und Verwendung dieser Systeme sollte allen geläufig sein, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.

Folgende Fragen sollten im Testkonzept festgelegt werden:

  • Wie werden die verschiedenen Stufen der Testumgebungen genannt?
  • Welches System für welchen Zweck?
  • Auf welchem System kann der Kunde testen; ist der Zugriff von außen gewährleistet?
  • Hostnamen definieren und Systeme darüber verfügbar machen: dev.projektname.de und test.projektname.de lassen sich leichter merken als IP-Adressen.

Man erspart sich damit später im Projektverlauf unter Umständen, dass diese Dinge unter Zeitdruck festgelegt werden müssen, dass eine benötigte Testumgebung nicht zur Verfügung steht, dass jeder andere Bezeichnungen für die gleiche Umgebung benutzt usw…

Es geht wirklich nicht darum, das Testkonzept um seiner selbst Willen zu schreiben. Es soll nicht schön zu lesen sein, sondern auf den Punkt Dinge festlegen. Einmal eingeschliffene Gewohnheiten sind schwer zu ändern, deshalb frühzeitig schreiben! Das Testkonzept kann so später auch Nachschlagewerk für alte und neue Teammitglieder sein und dem Projektleiter zuviel individuellen Einweisungsaufwand ersparen.


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